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Einmal um die Welt: Endlich bei Valve

27.07.2013 | 15:40 Uhr
Frankfurt Flughafen. 12. Januar 2013, gegen 13 Uhr steige ich aus dem ICE und betrete das Terminal. Dank der gewohnt guten Bahnverbindung muss ich nun sechs Stunden bis zum Boarding warten. Wäre das WiFi hier umsonst – es würde vieles einfacher machen. Zeitsprung. Gegen 20 nach Sieben sitze ich dann auf meinem Fensterplatz und es geht los. 26 Stunden später werde ich nach pannenbedingter Wartezeit in Singapur endlich am Sydney International Airport aussteigen. Nur ist Valve nicht in Australien.

Was macht man, wenn man keine Ahnung hat, was man eigentlich machen will? Nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur und als Digital Artist an einem Theater habe ich immer noch keinen Plan. Ausland. Im Ausland waren einige meiner Freunde – wieso also nicht? Ein halbes Jahr soll's werden. Australien? Ist mir zu groß für die kurze Zeit. Es geht nach Neuseeland. Es ist das etwas kompaktere Australien. Gepaart mit halb Europa und etwas USA. Die Entscheidung wird relativ spontan im Oktober vergangenen Jahres getroffen, im November wird gebucht. Hinflug mit Stopover in Singapur und ein paar Tagen Aufenthalt in Sydney, von dort dann nach Auckland als Ausgangspunkt meiner Reise. Und Zurück? Die selbe Strecke? Nein – wieso nicht einfach um die andere Hälfte der Welt fliegen. San Francisco und Seattle werden meine Ziele auf dem Weg nach Hause. Visas sind beantragt und bestätigt, mein Rucksack ist gepackt und wir sind wieder am Anfang der Geschichte.

Letzter großer Zeitsprung - 5. Juli 2013. Nachdem ich den Independence Day in San Francisco verbracht habe sitze ich nun, nach einer sehr gründlichen Flughafensicherheitskontrolle im Flugzeug nach Seattle. In zwei Stunden werde ich landen, mein Hostel suchen und mich mit Torsten Zabka in Verbindung setzen. Manche kennen ihn vielleicht, er ist unser Kontaktmann bei Valve und auch Ansprechpartner weiterer deutscher Communities. Viele werden ihn sicherlich auch vom Steam Translation Server kennen, so ist er einer der Haupttriebkräfte des gesamten Projektes und kümmert sich mittlerweile fast hauptsächlich um jenen. Als Termin machen wir Montag, den 8. Juli um 11 Uhr aus.

Auf der Suche nach meiner Bushaltestelle laufe ich an der Benaroya Hall vorbei, Austragungsort des dies- und letztjährigen Internationals. Zu sehen ist davon noch nichts, das Programm der Halle auf der Außenwand geht auch nur bis Ende Juli. 30 Minuten wird meine Busfahrt voraussichtlich in Anspruch nehmen – Bellevue Transit Hub als Ziel meiner Reisen. Endlich angekommen stellt sich direkt ein Problem heraus. Valve hat kein großes Leuchtschild auf dem Dach, ich weiß zwar von Bildern wie das Bürogebäude ausschaut – es wäre allerdings ähnlich hilfreich jemanden mit den Anweisungen „in dem Hochhaus an der Kreuzung da wohne ich“ nach New York zu schicken. Der Busfahrer ist keine große Hilfe, Skylinetower? Noch nie gehört. Internet auf meinem Handy? Fehlanzeige. Selbst ist der Mann, man hat lang genug in Neuseeland überlebt, da wird man doch wohl Gabe Newell & Friends finden. Ich laufe einfach los mit dem Plan alle Gebäude die richtig aussehen abzuklappern, zwei Passanten auf dem Weg sind auch keine Hilfe. Zu meinem Glück trägt bereits mein erstes Ziel den Namen Skylinetower auf dem Namensschild – ich betrete das Gebäude und stehe inmitten einer Baustelle. Die unteren Etagen werden im Moment anscheinend ausgebaut, eine Art Lobby gibt es nicht. Alles sieht sehr nach Rohbau aus. Ein freundlicher Bauarbeiter weist mich in die richtige Richtung, ich betrete den Fahrstuhl und drücke auf die 5. Wenn sich die Tür öffnet, werde ich auf ein großes Valve-Logo schauen, das berühmte rote Ventil und die Lobby.

Etwas zu meiner Person. Philipp ist mein Name, bekannt bin ich hier eher unter dem Namen trecool – für die meisten einfach tre. Ich war 14 Jahre alt als ich das erste mal auf dem HLPortal unterwegs war. Ein Problem mit meinem WiFi und Counter Strike: Source. Schnell fand ich hier Hilfe und bin einfach geblieben. Nach einiger Zeit wurde ich Moderator im Forum und schließlich Redakteur, damals noch mit Fokus auf Team Fortress 2. Etliche Stunden habe ich in diesem Spiel verbracht, 80% meiner Spielzeit als Medic. Jedes Update mitverfolgt, News verfasst, im Forum mitgefiebert und auch nicht wenig meiner Zeit im IRC-Channel des HLPortal verbracht. Auch wenn ich kein wirkliches HLP-Urgestein bin, kann ich doch stolz sagen recht lange dabei zu sein. Mittlerweile bin ich 20 Jahre alt. Sechs Jahre meines Lebens, grob gerechnet, habe ich also mit Valve verbracht. Ich bin schon fast ein richtiger Fanboy was es angeht, streite ich nicht ab. Ich habe einen Valve-Schriftzug an meine Wand gemalt und einige signierte Poster schmücken die Wände. Ich spiele seit neustem Dota und es ist wie damals mit Team Fortress 2. Und ich, der kleine Junge mit dem kaputten WiFi steht nun im Aufzug und betritt die Lobby, die er seit Jahren betreten wollte. Es ist etwas Ehrfurcht, etwas Hype, etwas Angst – was ist wenn Vorfreude tatsächlich die schönste Freunde ist? Die Tür geht auf.

Anders als erwartet schaue ich nicht auf die vorhin beschriebene Lobby, ich schaue einfach auf noch ein paar Aufzüge. Soviel dazu also. Ich laufe also nach links, einen kleinen Gang entlang und stehe mittendrin. Der Schriftzug. Das Ventil – tre ist endlich bei Valve angekommen. Begrüßt werde ich von einer Dame am Frontdesk, ich habe einen Termin mit Torsten Zabka, Philipp Schultz mein Name. Ich solle Platz nehmen, er würde mich sofort empfangen. Ich setze mich auf eines der Sofas und schnappe mir ein Buch, was auf dem Tisch vor mir liegt. Der Fanboy in mir würde das Buch am liebsten nehmen und wegrennen, es handelt sich hierbei immerhin und geschätzte 150 Seiten Concept-Arts von bisher allen Spielen. Selbst aktuelle Entwürfe finden sich – doch bevor ich mit samt des Buches aus dem Staub mache kommt Torsten um die Ecke. Wir setzen uns in die Küche, pardon, einer der Küchen. Torsten erklärt mir, dass es die selbe Küche auf jeder Etage so gibt. Er müsse noch kurz was abklären, ich solle mich derweil bedienen. Gesagt getan stopfe ich mir direkt ein paar Schokoriegel rein, runtergespült wird alles mit Mountain Dew. So schmeckt Amerika. Fünf Minuten später sitzen wir zusammen an einem Tisch, unterhalten uns etwas. Mein halbes Jahr in Neuseeland, was ich so alles verpasst habe, eine kleine Auffrischung was die Übersetzungen angeht. Fotos darf ich machen, solle aber vorher fragen damit es keine Probleme gibt. Ich mach es mir einfach und lasse die Kamera einfach im Rucksack – Fotos von Valve gibt es wie Sand am Meer, eine Bereicherung ist es also nicht wirklich und das ständige Warten und Fotos machen würde mich nerven.

Wir beginnen also unsere Tour auf der fünften Etage, die im Grunde nicht viel zu bieten hat. Die Lobby, ein paar kleine Konferenzräume. Hinten ist das Merchandisinglager und einige Räume, die mittlerweile eher als Abstellkammer genutzt werden. Vor kurzem wurden zwei neue Etagen dazu gemietet, Platznot ist neben Geldnot eines der geringsten Probleme Valves. Um ganz ehrlich zu sein an dieser Stelle – was genau auf welcher Etage zu finden ist, weiß ich nicht mehr. Aber die Wegfindung ist einfach. In der Mitte der Etage ist der Aufzugschacht, drum herum alle Räume. Man kann einmal um die Mitte herumlaufen und erreicht so jeden Raum. Neu ist der Frisör, bei dem man sich für ein paar Dollar einen neuen Haarschnitt verpassen lassen kann, sollte es mal sehr hektisch im Büro zugehen und man daheim lieber für Familie nutzen will erklärt mir Torsten. Viele Dinge, die man im Alltag benötigt, findet man zwischen den Entwicklerräumen. Waschmaschinen, Fahrradständer, ein, nicht ganz so gut besuchtes, Fitnessstudio. In der Theorie kann man auch die Nacht im Büro verbringen, in der Regel wird man aber in eines der umliegendes Hotels eingemietet sollte dieser Fall eintreten. Auf jeder Etage gibt es in der Ecke einen Konferenzraum – der Hauptkonferenzraum ist etwas größer als die anderen. Fishbowl ist der Name des Hauptraumes, da er früher komplett aus Glaswänden bestand und man sich fühlte wie ein Fisch im Glas. Jener ist allerdings umgezogen, nun gibt es nur noch eine Glaswand. Der Name ist allerdings geblieben. Die Wände werden geschmückt von großen Artworks der Spiele, direkt auf Holz gedruckt. Die obersten, neusten Etagen werden durch große Prints von Dota aufgewertet. Zwei neue, große Recordingstudios werden mir gezeigt. Preislich alles eher oben angesiedelt, aber das ist kein Wunder. Valve hat zwar kein offizielles Motto, müsste ich eines bestimmen wäre es aber definitv „Valve- Go Big or Go Home!“.

Um direkt ein paar Fragen von vornherein aus dem Weg zu räumen: Nein, ich durfte nicht Half-Life 3 spielen. Es gab keine geheimen Räume, in die ich Zugang bekommen habe, ich habe nichts gesehen, was ich nicht hätte sehen dürfen. Ich unterliege keinem NDA, noch habe ich ein paar Infos unter der Hand bekommen. Ich durfte nicht einmal die Dota-Doku „Free to Play“ sehen, weil alle Dota-Entwickler zu sehr mit dem Release beschäftigt waren, welcher am nächsten Tag über die Bühne gehen sollte. Und nun? Vielleicht hört sich meine Beschreibung etwas nüchtern an, bekannte Sachen wie die große Gemeinschaftsküche wo es einmal in der Woche in Buffet gibt, habe ich absichtlich ausgelassen. Es sollte kein Detailbericht sein wie Valve von innen aussieht. Gabe Newell habe ich 2011 auf der Gamescom getroffen, im Büro allerdings nicht. Von den „berühmten“ Valve-Gesichtern habe ich Erik Wolpaw gesehen, wie er gerade ein Foto machte. Von meinen drei Stunden Aufenthalt habe ich vermutlich fast 2 ½ im Gespräch mit Torsten verbracht. Die Zukunft des Steam Translation Servers, etwas Small Talk, ein paar seiner Ansichten zu bekannten Problemen. Torsten hat heute einen vollen Terminplan, also will ich mich auch nicht zu lange aufzwängen.

Getroffen habe ich einen Deutschen aus dem Supportteam und das Team hinterm Schreibtisch in der Lobby. Ich verabschiede mich also und setze mich in ein Subway auf der andere Straßenseite, auf dem Tisch eine kleine Tüte mit ein paar T-Shirts und Stickern. Jene werden sich zu den anderen Shirts und Stickern gesellen, die ich bereits zu Hause habe. Bin ich enttäuscht? Nein. Habe ich mehr erwartet? Kann ich so nicht sagen. Doch trotzdem, irgendwas ist anders. Entmystifizierung? Vielleicht. Nach sechs Jahren rumhocken vor meinem PC war ich endlich bei Valve. Ich werde nach Hause kommen, mich wieder langsam ins Translation Team reinarbeiten, nach einem halben Jahr kompletter Abstinenz vom HLP auch dort versuchen wieder etwas aktiver zu sein. Valve ist nach wie vor mein Lieblingsentwickler, dort zu arbeiten wäre nicht schlecht. Doch am Ende des Tages ist es die Erkenntnis, dass Valve auch nur ein Entwicklerstudio ist. Es sind Leute, die Spiele entwickeln und damit ihr Geld verdienen. Es ist nicht Willy Wonkas Schokoladenfabrik, in welcher man von Gabe Newell persönlich empfangen wird und dann eine Tour durch seine wildesten Träume macht. Valve ist eher eine Einstellung. Valve ist der Verbund aller Mitarbeiter, aller Entwickler und Supportler, aller Designer und Grafiker, aller Mapper und Coder. Ein Einstellung, die schwer zu fassen ist, wenn man nun endlich nach so langer Zeit als kleiner Redakteur einer Fanseite in den heiligen Hallen steht, um die sich viele seiner letzten Jahre gedreht haben.
Weitere Blog-Beiträge von trecool:
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Kommentare (5)
Kommentare im Forum Seiten (1):  [1]


# 1
ON Steam
Toller Bericht Tre! Richtig filmreif mit dramatischem Ende :D Ich wusste gar nicht, dass du noch nie bei Valve warst. Willkommen daheim an dieser Stelle :)
Post 27.07.2013, 20:32 Uhr
# 2
ON Steam
Toller Bericht. :)
Erinnert mich an eigene Erfahrungen aus einem völlig anderen Gebiet, die aber prinzipiell ähnlich sind: Ich bin in den letzten Jahren zu einem richtig Weinfreak geworden und würde Wein - nicht nur aufs Trinken bezogen, sondern auch auf das Sammeln :) - als mein größtes Hobby bezeichnen. Vor einem Jahr ergab sich dann in Frankreich die Gelegenheit, ins Innere eines bekannten Weingutes zu kommen, wo sehr teurer Bordeaux produziert wird. Das fühlte sich ähnlich wie diese Beschreibung an: Alles schon mal auf Fotos gesehen, letztendlich nicht enttäuschend, aber auch irgendwie weniger spektakulär als gedacht. Deswegen sage ich in diesem Zusammenhang immer: Das interessanteste an den Weingütern sind die Weine; und um die Paralllele zu ziehen, deswegen interessieren mich von Valve eigentlich nur die Spiele selbst. :)
Trotzdem schöner Artikel, wie gesagt.
Post 27.07.2013, 21:13 Uhr
# 3
ON
Verdammt gut geschrieben, ich danke dir vielmals für diesen guten Blogeintrag und heiße dich daheim herzlich Willkommen!

Deine letzten Sätze ließen bei mir folgenden Satz im Kopf herumschwimmen:
Valve ist emergent.
Post 28.07.2013, 15:59 Uhr
# 4
ON Steam
Moin,

ja kann mich den bisherigen Kommentaren anschließen. Sehr ansprechend und auch im positiven Sinne "nüchtern" verfasst!

Auch das du dich entschieden hast nicht zu fotografieren, sondern es für dich zu genießen finde ich auch sehr gut. Das kann ich nachvollziehen, weil ich selber gerne fotografiere.

Du hast gesagt, das "Free-to-play" released wurde....was habe ich denn da verpasst?

Beste Grüße
Frohman
Post 31.07.2013, 16:06 Uhr
# 5
ON Steam
Zitat:
Original von Frohman

Du hast gesagt, das "Free-to-play" released wurde....was habe ich denn da verpasst?


Oh, sorry. Der Release bezug sich auf Dota 2 selbst. Ist mir jetzt erst aufgefallen, dass die Formulierung beides bedeuten kann. Ändere ich einmal!

Der Film wird vermutlich beim International gezeigt werden, also nichtmehr allzu lange hin.
Danke für die postiven Rückmeldungen bisher :)
Post 31.07.2013, 19:57 Uhr


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