So, EuroVision Song Contest ist vorbei, Deutschland mal wieder untendurch, die Gastgeber von Armenien überholt und jede Menge Schrott auf den hohen Plätzen, angeführt von einer Menge Idioten aus Finnland, die zuviel Zeit vor dem Spiegel und zuwenig Zeit in der Schule verbracht haben.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit, dass waren jetz 3 Stunden EuroVision zusammengefasst.
Die Kultur geht den Bach runter, gute Nacht Europa.
Ich bezweifle, dass man Kultur an Musik messen kann, allerdings bin ich auch nicht wirklich ein Standard-Musikfan... die aktuelle Musik schreckt mich aber ab. Irgendwie kommt immer wieder das Gleiche in anderer Form daher. Sicher ein Problem der Musik selbst, aber ich hätt' gerne mehr Vielfalt, bitte.
Ich denke schon das man dadrin auch einen Spiegel unserer Zeit sieht: Keiner steht mehr zu seinen Wurzeln - 80% der Lieder sind in Englisch von Nicht-Englisch-Muttersprachlern - Schau dich um, wer spricht noch Deutsch? Wer bekennt sich noch zu christlichen Wurzeln (nicht mal zum Christentum selbst aber zu einer humanen, sozialen, ausgeglichenen Gesellschaft)? Wer traut sich noch Einspruch zu erheben wenn ihm was nicht passt - in Griechenland wurde der Antrag auf Ausschliessung von Finnland mit Multikulti-Gelalle abgeschmetert - Versteht mich nicht falsch, ich sehe Multi-Kultur als nix schlimmes, ja eher als was bereicherndes an, aber wenn das heißt, dass wir uns den letzten Dreck anhören müssen, unsere Symbole und Werte in den Dreck ziehen lassen müssen, dann hörts auf. Und das schlimme ist ja, dass das nicht nur mehr ein paar Idioten sind, sondern, dass das ganze groß Formatig aufgelegt wird - nicht nur in der Musik wird Blasphemie groß geschrieben, fast jeder aktuelle finanzielle Erfolg in der Unterhaltungsindustrie beruht auf Blasphemie oder politischem Radikalismus.
Nur weil jemand auf Englisch singt, heißt das noch lange nicht, dass er sich nicht zu seinen Wurzeln bekennt. Ich finde Englisch als Sprache beispielsweise schöner als Deutsch, und ja, ich bin gebürtiger Deutscher.
Ohne dir jetzt zu nahe treten zu wollen: "christliche Werte" haben heutzutage zum Teil einfach ausgedient, sind überholt. Wir brauchen etwas neues (es sei dahin gestellt, was das ist), aber die Zeiten ändern sich, die Leute ändern sich, Kulturen (und Musik) ändern sich, aber Werte sollten der kirchlichen Überzeugung nach Beständigkeit haben. Das kann aber nicht funktionieren, zumindest nicht immer, nicht überall und nicht reibungslos.
Und zuletzt: Blasphemie ist auch nur für den Blasphemie, der auch an einen (oder DEN) Gott glaubt... und das ist bei mir und vielen anderen nicht der Fall (Gotteslästerung ist ja wieder was anderes!).
[Beitrag wurde 1x editiert, zuletzt von Jasiri am 20.05.2006, 23:26]
ich freu mich einfach so weil der metal endlich mal auch in "höheren" kreisen vertreten wird..auch wenn die band sich selbst net ernstnimmt
und @bestgamer:
es gibt genug vielfalt..ich zähle allein schonmal im rockbereich einiges auf:
-punk
-hard rock
-metal
-emo
- usw
dann gibts z.b. bei metal auch noch zigtausend unterarten..samsas traum (gothic) hört sich sehr viel anders an als death (death metal)
so.. und an e-freak:
ja da hast du recht...aber wer international bekannt werden will muss leider englisch singen (ausnahmen bestätigen die regel)
und ich kenne genug bands die deutsch singen, diese sind ausserhalb der grenzen von deutschland/schweiz/österreich net sooo bekannt.
und von wegen christliche wurzeln:
wurde ich bei der taufe gefragt ob ich in die kirche eintreten wollte?! nein!
damals war ich noch zu keiner entscheidung fähig, heute bin ich jedoch aus der kirche ausgetreten..ich erkenne in der kirche keinen sinn mehr, wer darauf eingehn will soll doch schonmal anfangen ich führe die diskussion dann weiter.
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[Beitrag wurde 1x editiert, zuletzt von MB am 20.05.2006, 23:31]
Hm, also mich interessiert das garnicht. Höre immer noch das, was mir gefällt. Wenn ich schon höre "Song Contest"
Naja, egal...
1. Zur aktuellen Musik: Ist ja jedem das seine und ab und zu gibbet ja auch wirklich gute Musik in den Charts. Nur im moment nerven mich hauptsächlich diese ganzen Lieder, wo jedes zweite Wort "N*****" oder "jo" ist. Das ist für mich ziemlich deprimierend und primitiv. Aber wie gesagt, soll jeder hören, was er will. Nur ist schon ein wenig zu sehen, dass man uns damit zuschüttet und auch ein leichter Verfall der Werte innerhalb der Gesellschaft zu erkennen ist.
2. Zur Sprache: Deutsch ist eine sehr schöne Sprache, wie ich finde und finde es eine Abart, wie manche mit ihr umspringen. Dass ich nicht der Meinung bin, dass man stehts alles korrekt schreiben soll, sollte klar sein (tu ich ja auch nicht). Z.B. hier im Forum oder auch woanders ist das kein Problem, wenn es sich in Grenzen hält. Aber auch allgemein die Art, wie manche Reden, finde ich teilweise erschreckend.
Manche können sich ja nur noch per Schimpfwörter und "jo ey, Alter"... unterhalten.
Aber zum Glück nimmt diese "Perversion" (sry, was anderes viel mir jetzt nicht ein) auch wieder ab, so wie ich das sagen kann.
Mit der deutschen Sprache kann man viel mehr und detaillierter, Dinge beschreiben. Deshalb ist sie auch in der Philosophie, etc. weitaus besser geeignet.
Wobei Englisch auch schön klingt. Vorallem in Filmen und Spielen. Immer wenn ein lautstarkes "Damn" erklingt, bin ich doch immer wieder erfreut.
3. Zum Thema Christentum/Glaube:
Muss auch jeder selber wissen. Der Trend geht aber allem Anschein nach in die Richtung, dass sich viele der Kirche gegenüber abwenden, was sicherlich auch mit der Entwicklung unseres Landes zu tun hat. Ich bin allerdings gläubig, muss aber auch betonen, dass mir auch nicht alles gefällt, was in der Kriche passiert. Aber das sind eben auch nur Menschen dort. Ich bin jedenfalls der festen Überzeugung, dass es Gott gibt und ich steh auch dazu und schäme mich nicht, nur weil es uncool oder wie auch immer wäre, in der heutigen Zeit. Wir werden ja sehen, spätestens, wenn wir tot sind.
Und wenn jetzt einer kommt mit: "ja, woher willst du wissen, dass es da noch jemanden gibt?",
dem sag ich, dass dies so nicht zu beantworten ist. Der Glaube festigt mich eben darin. Denn nur, weil man etwas mit seinen 5 Sinnesorganen nicht ausmachen kann (jedenfalls nicht direkt), heißt es nicht, dass es nicht existiert.
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MfG Supervisor
[Beitrag wurde 1x editiert, zuletzt von Supervisor am 21.05.2006, 02:40]
Ich wollte zwar nicht über Kirche diskutieren (was man ja auch noch mal differenzieren muss - ev, rk, ro, go usw.) es ging mir eher dadrum, was das Christentum den Menschen lehrt und was unsere Gesellschaft heutzutage lehrt.
Nächsten-/Feindes-Liebe, Überlegtes, Sinn-Orientiertes Leben und Verantwortung gegenüber der Natur.
Das sind für mich die Sachen, die das Christentum vertritt - welche Sachen vertretet ihr?
- überlegen, dann handeln
- sinnvoll leben
- respekt gegenüber älteren und anderen
- verantwortung meiner umwelt gegenüber
und das christentum..klar es hat seine guten seiten..aber was war mit der inquistion? ich fand es sehr erschreckend als ich mal den Malleus Maleficarum (Hexenhammer) auszugweise gelesen hab..
Wie gesagt sind das auch nur Menschen mit freier Entscheidungsfreiheit, die vermeintlich im Namen Gottes handelten. Ist ja genauso, wie mit den Terroristen, denen nix anderes einfällt, als sich in die Luft zu jagen.
Es gibt überall schwarze Schafe. Aber die Inquisition bezieht sich ja auch (nur) auf das katholische. Aber selbst da hat sich mit der Zeit viel geändert.
aber trotzdem wird z.b. uns deutschen immer noch vorgehalten was im 2. weltkrieg passiert ist (es war schrecklich und ich will es auch nicht schönreden, dafür war es zu grausam..)
andererseits wird der (katholischen) kirche nicht so oft vorgehalten was z.b. mit der inquisition passiert ist oder dass sie im 2. weltkrieg genug scheisse gebaut haben..
Da gebe ich dir recht. Aber ich halte sowieso nicht viel von dieser Vorhalterei. Wenn man sich mal die Geschichte der anderen Länder betrachtet, sollte man genauso bleich werden, wie, als wenn man sich mit dem dritten Reich beschäftigt. Auch, was in der DDR alles passiert ist, versteckt sich teilweise hinter den damaligen Geschehnissen im 3ten Reich, weil das eben mehr im Vordergrund steht.
Auch, was die Amis mit den Indianern und den Schwarzen angestellt haben.
Ich will ja auch nicht die Geschehnisse in der Zeit der NS schönreden, aber eigentlich spiegelt das nur den Menschen wieder und nicht den Deutschen. Er kann gues tun, er kann aber auch unendlich schlechtes tun, verursacht durch Trauer, Schmerz, Verzweiflung, Hoffnunglosigkeit, Hass...etc.
Es hätte überall passieren können, wenn die entsprechenden Bedingungen gegeben sind.
Deshalb schaue ich auch etwas skeptisch dahingehend, was die Todesstrafe angeht. Nicht jeder ist von grundauf schlecht, sondern durch irgendetwas so geworden oder ist eben Krank.
Damit will ich die taten auch nicht verharmlosen und das sowas bestraft werden muss, sollte auch klar sein. Aber man sollte doch mal darüber nachdenken und dem ganzen mit Vernunft begegnen.
Wir haben nicht das recht über das Leben eines Menschen zu urteilen, egal was er getan hat.
Auch wenn unsere Gefühle den Tod fordern, wenn wir z.B. selbst davon betroffen sind.
OMG, war das Thema nicht EuroVision Song Contest?
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MfG Supervisor
[Beitrag wurde 1x editiert, zuletzt von Supervisor am 21.05.2006, 11:47]
Vielleicht wird es Zeit, den Thread in "EuroVision, Gesellschaft & Kultur" umzubenennen
Es gibt überall gute wie schlechte Dinge - Kirche, Musik, Menschen, einfach überall - und der Mensch hat nun einmal die Möglichkeit, sich eine Meinung zu bilden. Teils übernehmen das andere für ihn, wie z.B. Staatsoberhäupter oder indirekt in der Kirche Leute, die den Glauben propagieren. Letztendlich muss jeder selbst wissen was er machen will, wie er es tun will und wieso. Darum habe ich gestern keinen EuroVision-Dings gesehn und überlege es mir auch immer zwei Mal, bevor ich was dummes anstelle.
Übrigens: Dass Deutsch eine schöne Sprache ist, mag ich nicht abstreiten, aber sie hat ihre Grenzen. Auch Englisch hat die, aber da kommen sie mir weiter ausgedehnt vor. Ob ich jetzt ein gutes englisch- oder deutschsprachiges Lied höre ist mir aber egal
OK, wenn wir die diskussion hier haben: Ein interessanter denk ansatz (nicht mehr) ist mir grade eingefallen: warum maskieren die sich?, bzw. kann man das vll als sinnbild sehen? also dass die im prinzip sich selbst unter einer maske verdecken? - ich weiß, das klingt jetzt wirklich abgedreht, aber umso mehr ich dadrüber nachdenke, umso mehr scheint es mir, dass das wie mit hollywood: der letzte schund an aussagen und story wird einem unter dem deckmantel von 10.000 spezial effekten verkauft.